Der Stevia Anbau
Ursprünglich wuchs das Süßkraut Stevia wild im Hochland von Paraguay, in gewissen Gebieten Brasiliens und Australiens, bis es für die Welt entdeckt und dann auch in unzählbar vielen Ländern angepflanzt wurde, überall da, wo saure, nicht zu nährstoffreiche, feuchte Böden und warme klimatische Bedingungen herrschen. Japan gehörte zu den ersten Ländern, wo Stevia aufgrund des dort herrschenden Verbots von künstlichen Süßstoffen in großem Stil zu kommerziellen Zwecken angebaut wurde.
Stevia kann sich über die Samen fortpflanzen, aber noch einfacher über Stecklinge, die Wurzeln bilden, wenn sie bis zum Boden herabreichen. Wo das Süßkraut durch Ableger vermehrt wird, senkt man kräftige Triebe bis zum Boden, bedeckt sie mit Erde und trennt den Ableger von der Mutterpflanze, sobald sich Wurzeln gebildet haben.
In kühleren Breitengraden wie in Deutschland ist der Anbau problematisch, da die Pflanzen frostempfindlich sind und die Samen zum Keimen eine regelmäßige Temperatur von etwa 22 Grad Celsius benötigen.
Will man Stevia ansäen, dann tut man das in spezieller, gut durchfeuchteter Anzuchterde, ohne die lichtkeimenden Samen dabei zu bedecken. An einem hellen, warmen Ort keimen die Samen nach etwa zehn Tagen, wenn sie mit Glas oder durchsichtiger Folie bedeckt wurden. Dabei brauchen sie genügend Platz für ihre langen Speicherwurzeln. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden und am besten ist es, wenn feuchte und trockene Perioden sich abwechseln.
Im Winter müssen die Pflanzen in unseren Breiten aus dem Freiland an einen kältegeschützten Ort verbracht werden, am besten in den Wintergarten oder in einen frostgeschützten Keller – und genau da liegt ein gewisses Problem, da die mehrjährige Stevia sich insgesamt viel besser entwickelt, wenn sie ganzjährig im Freien verbleiben kann.



