Die Geschichte des Süßkraut’s Stevia
Das Süßkraut Stevia rebaudiana Bertoni, auch Süßblatt oder Honigkraut genannt, hat bei den Indianern in Paraguay schon seit über 500 Jahren den Ruf eines Heilkrautes, mit dem man außerdem den Mate-Tee süßen kann. Auch sonst in Südamerika, wo man die getrockneten Blätter auf den offenen Märkten verkauft, ist Stevia schon lange bekannt.
Nach Europa, Asien und Amerika kam der Zuckerersatzstoff, nachdem der Schweizer Botaniker Moises Bertoni das Süßkraut im Jahr 1887 entdeckt und klassifiziert hatte. Doch hatte Stevia lange keinen rechten Erfolg am Markt, weil die Verbraucher vor dem damals noch recht lakritzigen Beigeschmack zurückschreckten und außerdem künstliche Süßstoffe viel preisgünstiger waren.
Das begann sich zu ändern, als im Jahr 1969 einige künstliche Süßstoffe in den USA und England als krebserregend verboten wurden. In Japan, wo intensiv an neuen Rezepturen für einen Stevia-Süßstoff gearbeitet wurde und das Süßkraut auch in großem Stil angepflanzt wird, konnte Stevia sich nach dem Verbot künstlicher Süßstoffe bei den Käufern durchsetzen, ebenso in China und anderen asiatischen Ländern.
Schwieriger stellte sich die Situation in den USA dar, wo der Stevia-Süßstoff aufgrund von zwei wissenschaftlichen Studien, die ihm unter andrem mutagene Eigenschaften nachwiesen, nur als Nahrungsmittelergänzung gehandelt werden darf. Auf die erste dieser US-Studien bezogen sich auch die Europäischen Gesundheitsbehörden, als es im Jahr 1997 um die Einfuhrerlaubnis von Stevia ging.
Inzwischen wurden diese Studien von vielen Seiten herangezweifelt und immer wieder darauf verwiesen, dass dieser natürliche Süßstoff eine jahrhundertealte Tradition besäße. Es stellte sich sogar heraus, dass die Stevia-Pflanze in Südeuropa beste Bedingungen für eine Anpflanzung vorfindet, und der deutsche Stevia-Pioneer Udo Kienle entwickelte eine spezielle Stevia-Erntemaschiene. Seine Firma, die er kurz vor Inkrafttretung der „Novel-Food“-Verordnung gründete, hatte wegen der neuen Gesetzeslage aber keine Chance mehr.
Da jedoch die JECFA, eine Arbeitsgruppe der WHO, zuletzt 2007 die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Süßkrauts und seiner Auszüge bestätigte, steigt die Chance auf eine Zulassung in Europa, zumal auch eine UN-Expertenkommission im Jahr 2008 zu ähnlichen Ergebnissen kam.
Über den Autor
Mark Breuer ist als Webmaster und Autor für das Online Magazin Stevia-Zuckerersatz.de tätig.
Er hat im Jahre 2006 in einem 9-monatigen Aufenthalt in Paraguay eine bemerkenswerte Pflanze kennengelernt: Süßer als Zucker, verursacht kein Karies, macht nicht dick, und trotzdem in Deutschland total unbekannt.
So hat er es sich zur Aufgabe gemacht, einen kleinen Teil zum Bekanntheitsgrad dieses Zuckerersatzmittels in Deutschland beizutragen.



